Menschenkunde in der Waldorfpädagogik

Ein Buch entsteht: „Zugänge zur allgemeinen Menschenkunde“ ist der Titel des Bandes, der 2019 zum großen Jubiläumsjahr der Waldorfpädagogik erscheinen soll. Ein Projekt der Internationalen Konferenz der Waldorfschulbewegung (Haager Kreis), vertreten durch 
Prof. Dr. Tomas Zdrazil, in Zusammenarbeit mit der Freien Hochschule Stuttgart mit Prof. Dr. Peter Lutzker und der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe, vertreten durch Dr. Christoph Kühl und Prof. Dr. Albrecht Schad, der ebenfalls als Dozent an der Hochschule tätig ist. Ein ehrgeiziges Projekt, das da in unserem Hause begonnen wurde. Ein europäisches Expertenteam wurde zusammengerufen, um in mehr als zwei Jahren der Zusammenarbeit neue Zugänge zur „allgemeinen Menschenkunde – Menschenkunde und Erziehungskunst“ zu erarbeiten. Wichtige Impulse für die Lehrtätigkeit an Waldorfschulen, denn diese Lehrerbildungskurse, die Rudolf Steiner kurz vor der Eröffnung der ersten Waldorfschule auf der Uhlandshöhe im Jahr 1919 hier in Stuttgart hielt, sind die prägnante Zusammenfassung der Grundlagen der Waldorfpädagogik.

„Wo steht die Waldorfschule 2119?“ fragte Dr. Edwin Hübner im Rahmen des Kolloquiums, das unsere Hochschule jetzt in regelmäßigen Abständen abhält. Denn es geht nicht um das Gestern, es geht um die Zukunft. Was kann Pädagogik leisten? Digitalisierung und Individualisierung sind hier nur zwei Stichwörter. Das Kolloquium soll den teilnehmenden Experten die Gelegenheit zum Austausch geben bei der Entstehung ihrer Beiträge zu diesem Buch. „Dabei soll zum ersten Mal eine multidimensionale und praxisnahe Zugangsvielfalt – Wissenschaft, Kunst, Unterrichtspraxis – angewendet und dabei eine gut verständliche Darstellungsform angestrebt werden“, so ist das Ziel der Publikation in dem Antrag an die Stiftungen formuliert, die dieses Projekt unterstützen. „Dieses Buch wird ein unglaublich reichhaltiges Panorama bieten. Das können wir aus den Abstracts sehen, die uns jetzt schon vorliegen,“, freut sich Prof. Tomas Zdrazil.

In kleiner, aber feiner Runde traf man sich für knapp zwei Tage in Stuttgart. Auch dieses Mal gab es drei Beiträge zu den drei gedachten Zugängen zu der Menschenkunde im Plenum, mit der anschließenden Möglichkeit des gemeinsamen Gesprächs. „Ich erhoffe mir ganz konkrete Tipps von Euch“, betonte Tonnie Brounts nach ihrer Darstellung „Menschenkunde und Eurythmie“ als Vertreterin des künstlerischen Zugangs zur allgemeinen Menschenkunde für dieses neue Buch. Eurythmie lebt allerdings letztlich von der Tat, und so nutzen die Kolloquiumsteilnehmer/-innen die Gelegenheit, mit der Dozentin für Lehrer/-innenbildung aus dem niederländischen Leiden ihre Ideen auch gleich ganz konkret auszuprobieren. Für den wissenschaftlichen Impuls stand Dr. Friedrich Edelhäuser von der Anthroposophischen Medizinerausbildung der Universität Witten-Herdecke, der über das Thema „motorische Nerven und Bewegung“ referierte.

„Was war das für ein Impuls, der mich dazu geführt hat, Waldorflehrer zu werden“, fragte zu Beginn dieser Tagung Claus-Peter Röh, Leiter der pädagogischen Sektion in Dornach. Ein Impuls, an den sich die Frage nach der Zukunft der Waldorfpädagogik nahtlos anschließen konnte: Was impulsiert mich gerade heute? „Wir haben als Waldorfpädagogen wichtige Antworten auf elementare Fragen unserer Zeit“, betonte Prof. Dr. Edwin Hübner, Fachmann für Medienpädagogik.

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