Lehrstuhleröffnung Medienpädagogik:  Pädagogik im digitalen Zeitalter - wie soll sie aussehen?

An der Feiern Hochschule Stuttgart wurde am 26. Juni 2018 der neue Lehrstuhl für Medienpädagogik feierlich eröffnet. Musikalisch wurde die Eröffnung von der Pianistin Sayaka Toyama und der Cellistin Mechthild Günther begleitet.

Ein Bericht von Melina Elmali
(Studierende an der FHS, Mitglied im campusA-Koordinationsteam)

Die Begrüßungsrede hielt Prof. Dr. rer. nat. Walter Hutter, Dozent an der Freien Hochschule Stuttgart. Sein großer Dank galt der Dr. Ingeborg und Marion von Tessin-Stiftung. Durch die große finanzielle Unterstützung konnte die Einrichtung des neuen Lehrstuhls ermöglicht werden. In seiner Rede sprach Walter Hutter von der Digitalisierung, die uns frei gemacht hat. Doch für was sind wir heutzutage frei? Er erinnerte an das iPhone, das vor 13 Jahren in den Verkaufsläden landete und zog die Verbindung zu der Generation der iPhone-Kinder. Die Kinder sind jedoch noch nicht im Sog der Medien verloren. Die Notwendigkeit müsse darin bestehen, diese zu erforschen.

Die Freie Hochschule Stuttgart veröffentlichte ihren Informationsfilm und konnte den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern erste Einblicke in die künftige Arbeit mit der Medienpädagogik, in dem dafür eingerichteten Studiengang geben.

Die Kinder sind jedoch noch nicht im Sog der Medien verloren. Die Notwendigkeit müsse darin bestehen, diese zu erforschen.

Volker Schebesta MdL, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, rollte die digitale Revolution geschichtlich auf. Er erläuterte Begrifflichkeiten wie Internet 4.0, Künstliche Intelligenz und 4.Industrielle Revolution. Er forderte auf, dass wir nicht mehr wegschauen können, sondern uns der Herausforderung stellen müssen. Die Schulen müssen darauf reagieren. Ziel ist es, dass künftig alle Schülerinnen und Schüler altersgerecht in die digitalen Medien eingeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen das nötige Rüstzeug erfahren, um mündig mit den Medien umgehen zu können. Volker Schebesta wies darauf hin, dass die Technik der Pädagogik folgen muss. Mit dem neu eingerichteten Lehrstuhl für Medienpädagogik, können die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer darauf vorbereitet werden. Dafür lobte er die Freie Hochschule Stuttgart, die fortan Medienpädagoginnen und Medienpädagogen für die Schulen ausbildet und freut sich auf einen guten Austausch. Der Lehrstuhl für Medienpädagogik bringe Antworten für die Zukunft.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der von Tessin-Stiftung, Dr. Franz-Stephan von Gronau, fand ebenfalls Dankesworte an die Hochschule. Der Lehrstuhl wird einen verantwortungsvollen, selbstbewussten und mündigen Umgang mit Medien erforschen und ausbilden.

Ziel ist es, dass künftig alle Schüler altersgerecht in die digitalen Medien eingeführt werden. Die Schüler müssen das nötige Rüstzeug erfahren, um mündig mit den Medien umgehen zu können.

Henning Kullak-Ublick, Vorstand vom Bund der Freien Waldorfschulen, sprach von der Angst, die in den Menschen lebt. Die Angst, in der heutigen maschinengemachten Umwelt, etwas zu verpassen oder vor den Folgen der Technik.
„Schutz und Chance des Menschen ist es, wenn er sich auf sein eigenes Denken und seine Willenskraft verlassen kann. Waldorfpädagogik hat eine sehr lange Erfahrung damit, wie das innerste, geistige Wesen des Menschen in die Lage versetzt werden kann, dass es seinen eigenen Leitstern findet“, so Henning Kullak-Ublick.

Prof. Dr. Edwin Hübner, der Lehrstuhlinhaber der Freien Hochschule Stuttgart, sprach in seinem Eröffnungsvortrag, dass der Lehrstuhl einen Impuls für die Waldorfschulen sei, der über die deutschen Grenzen hinausreiche. Doch wie muss dieser Impuls im digitalen Zeitalter in der Pädagogik aussehen? Die Fragen richten sich an die Grundaufgabe der Pädagogik. Dazu sprach Hübner, dass alle Kinder Zeit, Ruhe und Schutz benötigen, um sich gesund entwickeln zu können. Den Zuhörenden gab er einen Einblick in die Ausbildung der künftigen Medienpädagoginnen und Medienpädagogen. Sein Medienkonzept für die Schulen beginne mit der ersten Klasse. Er erörterte die indirekte Medienpädagogik, beispielsweise das Schreiben und die direkte Medienpädagogik, wie analoge und digitale Medien.
„Es geht um eine entwicklungsorientierte Medienpädagogik“, so Hübner.
Im Anschluss an den deutlichen Festvortrag stellte Prof. Dr. Edwin Hübner sein künftiges Team für den neuen Lehrstuhl vor.

Die zweistündige Lehrstuhleröffnung endete mit Musik und kulinarischen Köstlichkeiten.

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