Liebe Freunde des campusA,

derzeit befinden wir uns in einer Umbruchphase. Daher ist unser Angebot nur eingeschränkt verfügbar. Unter anderem betreiben wir derzeit keinen Veranstaltungskalender oder Tauschmarkt. Wir bitten um Verständnis.

Bei Fragen und Interesse kann Du Dich gerne an info@campusA.de oder bthechange@posteo.de wenden.

Euer campusA-Koordinationsbüro

Ein Bericht der Online-bildungsART 21

Von Lydia Roknic, Theresa Wolfesberger und Sebastian Knust

Eigentlich ist die bildungsART eine bunte und intensive Woche auf dem campusA Stuttgart, voller persönlicher Begegnungen. Eigentlich lebt sie von den Beziehungen, von vielen jungen Menschen auf dem campusA, vom informellen Austausch an der Pausentheke oder künstlerischen Aktionen, gemeinsam entstehender Kreativität. Eigentlich. Doch dieses Jahr machte die Corona-Pandemie, wie überall, direkten Kontakt unmöglich. Hat eine bildungsART dann überhaupt eine Chance? Kann ein Gefühl füreinander entstehen, kann der kreative bildungsART-Geist überspringen? Die vergangene bildungsART 21 hat gezeigt: Ja, das geht!

Aber es war ein längerer Weg mit Sackgassen. Der schrittweise verschärfte Lockdown zwang uns immer wieder, unser Tagungskonzept anzupassen. Das Spielfeld wurde immer enger. Am Schluss blieb keine persönliche Begegnungsmöglichkeit mehr übrig, es sei denn über digitale Hilfsmittel wie Zoom. Und trotzdem ließ uns die Frage nach menschlicher Begegnung nicht los. Wir nannten die Tagung „Begegnungswege“ – eigentlich etwas paradox in Anbetracht der Umstände. Doch wir wollten herausfinden, ob Begegnung nicht doch auch über digitale Medien stattfinden kann.

Zu wirklicher Begegnung führt immer ein Weg und wir stellten die Vermutung an, dass uns die Natur, vor allem der Jahreslauf in der Natur, dafür eine wunderbare Hilfe ist. Denn vertieft man sich in die  verschiedenen Qualitäten von Winter, Frühling, Sommer und Herbst, so offenbart sich nicht nur ein äußeres Geschehen, sondern sie zeigen auch grundlegende Stufen menschlicher Entwicklung auf: Das innere Aufwerfen von Fragen und Impulsen im Winter; der Frühling, der Bewegung und Ausdifferenzierung schafft; ein Sommer, der Dinge zur Fülle, aber auch zum Abschluss bringt und loslassen lehrt und schließlich der äußerlich abbauende Herbst, mit der Chance zu innerlichen Begegnungen und mutigen Entschlüssen. Entsprechend ordneten wir die einzelnen Tage der bildungsART 21 den Jahreszeiten zu.

Wie gestalteten wir also diese Tage der online bildungsART 21? Die äußeren Umstände – die Verordnungen und die digitalen Medien – markierten die Rahmenbedingungen unseres Spielfelds. Und ja – wir begannen zu spielen. Und zwar mit aller Ernsthaftigkeit, die ein Kind im Spiel aufbringt, mit aller Hingabe, aller Phantasie und allem Ideenreichtum.

Was, wenn es möglich wäre, jeden Morgen gemeinsam zu singen? Dieser Frage folgten Jean Kleeb, Marco Bindelli, Brigitte Holleran und Lena Sutor-Wernich und machten es möglich, dass die Teilnehmenden, alleine vor ihrem Laptop sitzend oder stehend, ihre eigene Stimme in der Mehrstimmigkeit der Künstler*innen erklingen lassen konnten. Und zwar zeitgleich mit den anderen Teilnehmenden, die nicht hörbar, jedoch vorstellbar und zum Teil auch fühlbar waren. Immer wieder konnte so vielleicht für den einen oder die andere ein Zusammenklang entstehen, der resonierte und trug. Überhaupt spielte Musik eine große Rolle. Viele Beiträge wurden musikalisch eingeleitet. Mal von Marco Bindelli am Flügel, mal gemeinsam mit Jean Kleeb an zwei Flügeln und dann im Trio mit Lena Sutor-Wernich (Gesang), Marco Bindelli (Klavier) und Jānis Lielbardis (Bratsche). Dank unseres technischen Teams war es (bei eigener guter Internetverbindung) ein Genuss, in die Klänge einzutauchen und ihnen zu lauschen.

Trotz unseres super engagierten Technikteams traten leider immer wieder technische Schwierigkeiten auf.Aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund fiel plötzlich mal der Ton aus, konnten die digitalen „Gruppenräume“ nicht gestartet werden oder funktionierte eine Bildübertragung nicht. Da ist es gut, wenn man jemanden in den eigenen Reihen hat, der spontan, humorvoll und künstlerisch mit einer solchen Situation umgehen kann. Wir hatten die Clownin Catherine Bryden. Unsere technischen Probleme waren die Geburtsstunde einer neuen Kunstfigur. „I am your technical problem.  I can be on your smartphone and on your notebook at the same time. I can be everywhere…!“ Auch Olga Schiefer, Kunstdozentin an der Freien Hochschule Stuttgart, beteiligte sich wieder mit einer Performance. Gemeinsam mit mehreren Studierenden beschäftigte sie sich mit der Frage: „Wie ist es, wenn man selbst zur Pflanze wird und diesen Erfahrungshorizont sinnlich umsetzt?“ Die Ergebnisse sind in Form von Videoaufnahmen auf Youtube zu sehen.

Performance-Videos >

Die inhaltlichen Beiträge waren davon geprägt, nicht ausschließlich konsumierend „am Bildschirm zu hängen“, sondern luden zu Erfahrungen und Begegnungen in uns und an und mit der Natur ein. Am „Wintertag“ führte uns die Sprachgestalterin Rebekka Kreisel durch ein einfühlsam vorgetragenes Märchen in eine winterlich-innerliche Fragestimmmung ein. Johanna Fellner, bio-dynamische Gärtnerin und Pflanzenzüchterin, schickte alle Teilnehmenden bei ihrem Beitrag zum Frühling mit folgender Aufgabe nach draußen: Beobachte in der Natur bewusst eine Pflanze. Was offenbart sie Dir? Ist der Frühling schon da? In welchem Stadium ihrer Metamorphose befindet sich diese Pflanze gerade? Es wurden zahlreiche lebendige Erfahrungen bei dieser Übung gemacht, die viele Teilnehmende nachhaltig zu einem anderen Blick und einer feineren Wahrnehmung für die Natur anstifteten. Andreas Schmitt, Arzt und Forschender an der Universität Tübingen, weckte in der bildungsART-Gemeinschaft ein „historisches Bewusstsein“ für den Ort des campusA und wie dieser mit dem Geist von Steiners Philosophie der Freiheit verbunden ist. Beim herbstlichen Beitrag der beiden Ärzte und Lehrenden an der Uni Witten/Herdecke David Martin und Silke Schwarz waren wir aufgefordert, bei einem kurzen Spaziergang, in Resonanz mit der Umgebung, eine Antwort auf die Frage „Was ist geistiger Mut?“ zu finden. Passend dazu gab es nachmittags die Aufgabe, sich selbst eine Mutprobe zu stellen und sie umzusetzen. Es waren solche echten Erlebnisse, die in der räumlichen Trennung einen Anknüpfungspunkt schaffen konnten. Sie ermöglichten, dass sich ein gemeinsamer, verbindender Erfahrungsraum bildete und nicht ausschließlich ein inhaltlicher Input im Mittelpunkt des Tages stand. Es war eindeutig beobachtbar, dass die Teilnehmenden nach solchen Erlebnissen in Interaktion traten und ein reger Austausch im Tagungs-Chat entstand.

Normalerweise denken wir Begegnung in physischer Präsenz. Die Coronapandemie und Techniken wie Zoom lehrten uns Meetings unabhängig von Räumlichkeit. Johanna Krätschmer aus dem Kernteam schaffte für die bildungsART 21 in einer Kunstinstallation eine Möglichkeit der Begegnung unabhängig von Zeitlichkeit – den „Zeitversetzten Begegnungsraum“. Innerhalb kürzester Zeit entstand im Garten des Jugendseminars eine geheimnisvolle Kuppel. Hier konnten Botschaften hinterlassen, Geschenke in eine Schatztruhe gelegt oder herausgenommen werden.

All diese unterschiedlichen Puzzlestücke bildeten im Gesamtbild eine bildungsART, die zwar nicht eine so dichte Woche wurde, wie wir es gewohnt waren. Aber wir konnten den Rückmeldungen eine große Bereicherung entnehmen. Der Funke des bildungsArt-Geistes sprang über.

Der campusA Stuttgart hat die bildungsART 21 mit folgenden Partnern durchgeführtt:

– EURYTHMEUM STUTTGART

– FREIE HOCHSCHULE DER CHRISTENGEMEINSCHAFT – PRIESTERSEMINAR

– FREIE HOCHSCHULE STUTTGART – SEMINAR FÜR WALDORFPÄDAGOGIK

– FREIES JUGENDSEMINAR STUTTGART

– WALDORFERZIEHERSEMINAR STUTTGART

– IN ENGER ZUSAMMENARBEIT MIT DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT

Kontaktmöglichkeiten und weitere Informationen, Berichte und Bildergalerien zu campusA Stuttgart und zur bildungsART 21 im Internet unter:

www.campusA.de  |  info@campusA.de

Ein Impuls von Rahel Ehrmann

Als junger Mensch hat man in den heutigen Tagen große Aufgaben. Man muss ja irgendwie die Welt retten und dabei noch auf sich aufpassen. Zwei Dinge, eigentlich nicht viel – gäbe es da nicht diese ganzen Unterthemen, die diese beinhalten. Denn wie rette ich die Welt? Rette ich sie allein? Versuche ich den Brand an allen Stellen gleichzeitig zu löschen? Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Soll ich jetzt nur noch biologisch zertifizierte Produkte kaufen und Nein sagen, wenn ein alter Schulfreund mit mir kurz einen Döner essen gehen möchte? Da ist doch so viel ungesundes Zeug drin und ist außerdem nicht Bio und AUSSERDEM kommt das Fleisch aus ganz kümmerlichen Verhältnissen.
Ich als Mensch bin verantwortlich, dass ich in der Welt, in der ich lebe, Gutes beziehungsweise Ausgleichendes tue, wenn ich eine Ungerechtigkeit erlebe oder sie zumindest genauso zurückzulassen, wie ich sie vorgefunden habe. Man könnte ja meinen, dass es einem selbst nichts bringt, etwas für andere zu tun, gerade in Bezug auf das Ego. Aber eine liebevolle, annehmende Haltung allem Lebendigen gegenüber, das mir begegnet, sei es eine Pflanze, ein Tier oder ein Mensch, tut auch mir selbst gut. Manchmal hilft es sogar dabei, sich selbst liebevoll zu begegnen. Doch um wirklich etwas zu erreichen, muss ich handeln und kann nicht in meinen Träumereien von einer besseren Welt bleiben und einfach nichts tun. Zwar habe ich die Freiheit, mich gegen das hilfsbereite Tun zu entscheiden, weiß aber innerlich trotzdem, dass ich dann weder die Welt noch mich weitergebracht habe. Denn meckern kann man immer, aber den Schritt zu wagen, für eine Verbesserung zu kämpfen, fällt vielen, auch mir, schwer.
Doch um dies zu tun, braucht man auch Kraft, die man nur dauerhaft behält, wenn man gut mit sich umgeht. Tja, wie gut sorge ich für mich, meine Bedürfnisse und Grenzen (auch in einem Alltag, in dem ich Leistung erbringen muss)? Eine Antwort darauf zu finden bzw. hier Eigenverantwortung zu entwickeln, ist gar nicht so leicht. Manchmal fällt es sogar leichter, Verantwortung für andere zu übernehmen als für sich selbst. Und wenn man sich einmal dazu entschlossen hat, verantwortungsvoll mit sich umzugehen, ist es ein ständiges Ausprobieren und Ringen, das auch frustrierend sein kann. Man muss es allerdings immer wieder neu versuchen, egal was kommt, denn das ist für mich der einzige Weg, um dauerhaft in dieser Welt zu bestehen. In einem zwischenmenschlichen Konflikt ist mein Anspruch, die Verantwortung für meine Gefühle und Bedürfnisse zu übernehmen und gleichzeitig Grenzen zu setzen, sollte mein Gegenüber mich schlecht behandeln. Schwierig wird es vor allem, wenn ich an mir beobachte, unrealistische Erwartungen an andere oder an mich zu haben. Das merke ich oft erst im Nachhinein, und dann ist es zu spät und ich bin enttäuscht. Obwohl solche Fehler den erfreulichen Nebeneffekt haben, dass man sehr viel aus ihnen lernt.
Es gilt, wie bei allem, die Mitte zwischen Illusion und Schwermut zu finden, Anpassung und Abgrenzung, Pflichtbewusstsein und Gemütlichkeit, Annehmen und Ablehnen. Dafür gibt es keinen perfekten Plan. Ich denke, diese muss jeder Mensch von Situation zu Situation selbst (eigenverantwortlich) erringen. Meditation und eine besonnene Innenschau ist nur ein Weg, um in diese Mitte zu kommen, von der so viel Ruhe und Kraft ausgeht.
Es gibt viele Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten – so viele, dass die Möglichkeiten am Ende oft eher uns gestalten als andersherum. Wie sagte Rudolf Steiner einst? »Man muß sich der Idee erlebend gegenüberstellen können; sonst gerät man unter ihre Knechtschaft.«¹ Ideologien zu folgen, die man selbst vorher nicht geprüft hat, ist ein riskanter Weg, erscheint er einem auch noch so richtig. Und es ist ein schma­ler Grat zwischen verhärteter Ideologie und einem Ideal, das wie ein Stern ist, dem man folgen kann, den man aber nie erreichen wird.
Auf vielen sozialen Plattformen werben Influencer entweder mit Selbstoptimierung (Fitness, Schönheits-OPs, Make-up) oder mit dem Gegenteil: Man solle sich doch immer lieben und mögen, egal wie man aussieht oder was für Charaktereigenschaften man hat. Natürlich möchte man hübsch aussehen und zu den Erfolgreichen gehören. Und natürlich möchte man auch einfach man selbst sein, mit allen Ecken und Kanten. Aber beides ist nicht immer möglich. Es gibt Tage, da scheitert man, mag sich nicht oder hat das Work-Out nicht gemacht. Doch das ist in Ordnung und hat auch seine Berechtigung.
Ich habe gelernt, dass man bei diesen Zielen nicht zu hart mit sich ins Gericht gehen sollte und sich Zeit lassen kann. Das Ergebnis, wenn man in seinem eigenen Tempo an seinen Zielen arbeitet, fällt am besten aus, auch weil man dadurch in der nötigen Tiefe empfindet und durch seinen entspannten Zustand auch die Geis­tesgegenwart besitzt, um sie zu erreichen.
Also ja, ich esse den Döner, das wird sowieso das einzige Mal dieses Jahr gewesen sein. Okay, das zweite Mal – bleiben wir ehrlich, sich in Geduld und Toleranz zu üben bringt anderen Menschen etwas und auch mir, da ich dadurch ruhiger und gelassener durch den Alltag gehen kann. Und nein, ich habe den Döner nicht gegessen. Diese Situation entstammt leider nur meiner Fantasie. Obwohl ich schon Lust dazu hätte …


Rahel Ehrmann: auf Rügen geboren, mit 13 Jahren in die Nähe von Stuttgart gezogen und auf die Waldorfschule in Faurndau gegangen. Bis zum letzten August besuchte ich das Freie Jugendseminar in Stuttgart und mache gerade ein Praktikum im Verlag der Kooperative Dürnau.


1 Rudolf Steiner: ›Die Philosophie der Freiheit‹ (GA 4), Dornach 1995, S. 271

In den vergangenen Monaten haben wir viele Ideen und Engagement investiert – jetzt ist es soweit: wir befinden uns mitten in der bildungsART 21 und senden aus dem umgebauten Saal des Jugendseminars Stuttgart, wo wir – das Kernteam – unser Studio aufbauen durften. Dabei machen wir auch schon einige Erfahrungen vor und hinter der Kamera: Wie steht man eigentlich vor der Kamera, wie ist die Bildführung, wie gelingt gute Regie mit unterschiedlichen Kameras, welche interaktiven Elemente kann man verwenden, ist der Hintergrund gut ausgeleuchtet, usw.? Neben unserem normalen Programm erleben wir gerade auch einen Crashkurs in TV-Technik und „Fernsehmoderation“ und bekommen dabei viel Unterstützung von unserem Tech-Team – Spannend!

Bei unserem Programm ist uns auch wichtig, dass viele Erfahrungs- und Begegnungselemente integriert sind. So konnten wir z.B. den Musiker Jean Kleeb zur Teilnahme gewinnen, der schon Erfahrung hat bei gemeinsamen musikalisch-rhythmischem Zoom-Warm-Ups. Oder wir leiten Meditationen, Eurythmie oder Wahrnehmungsübungen an, die die Teilnehmenden vor den Kameras zuhause mitmachen. Wir arbeiten noch an unserer Bild- und Tonqualität 😉 und freuen uns über die ansonsten sehr positiven Feedbacks!

Für Kurzentschlossene: Anmelden ist noch möglich. Hier entlang >

Auf weitere gelungene bildungsART-Tage, Eurer Kernteam!

campusA-Tagungswoche von Sonntag, 21. bis Freitag, 26. Februar 2021.

Liebe campusA-Freunde,

ganz herzlich möchten wir Euch zu unserer bildungsART 21 einladen! 

Dieses Jahr läuft die bildungsART – wie alle Bildungsveranstaltungen – etwas anders ab. Wir werden die gemeinsamen Veranstaltungen per Video-Meeting abhalten. Nachmittags gibt es die Möglichkeit zur Begegnung in Zweiergruppen oder zur Arbeit an den Themen in den Ausbildungskursen (wenn sie sich live treffen dürfen).

Trotzdem haben wir wieder ein vielfältiges Programm aus Impulsbeiträgen, Kunst, Musik, interaktiven Aktionen, Selbststudium und Arbeit in Kleingruppen zusammengestellt!

Inhaltlich werden wir uns mit den inneren Entwicklungsqualitäten der verschiedenen Jahreszeiten beschäftigen und laden Euch herzlich ein, Euch bei unserem Vorhaben zu beteiligen.

Weitere Infos zum Programm und zur Anmeldung findet Ihr auf unserer Website:

www.bildungs.ART

Wichtiger Hinweis zur Anmeldung: Da wir Briefe an die Tagungsteilnehmenden versenden wollen, gibt es einen (vorläufigen) Anmeldeschluss kommenden Montagabend, das heißt, der Anmeldezeitraum ist folgender:

Do 11. bis inklusive Mo 15. Februar 2021 ! 
(Auch danach kann man sich ggf. weiter anmelden, bekommt aber keinen Brief mehr geschickt.)

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

herzlich grüßt das bildungsART-Kernteam
und das campusA-Koordinationsteam

Liebe Studieninteressierte, liebe Freunde,

unser Studieninfotag rückt näher: Am 6. März begrüßen wir Euch gerne online.

Wir werden uns vorstellen, es gibt Infoveranstaltungen der Bildungspartner, künstlerische Online-Workshops zum Mitmachen und am Schluss einen Impulsvortrag zum Thema „Die Kunst des Fragens in Zeiten einer in Frage stehenden Zukunft“ von Philipp Kleinfercher (FHS). Übrigens: zu dem Vortrag sind alle eingeladen – nicht nur Studieninteressierte 😉

Mehr Infos findet Ihr hier: www.bildung-mit-sinn.info

campusA Jahresbericht 2020

Am campusA neigt sich ein weiteres Jahr voller Intensität und Herausforderungen dem Ende zu.
Von den vielfältigen Impulsen – durch die Hundertjahrfeier der Waldorfpädagogik angeregt – plante das Kernteam die bildungsART 20. Voller Energie und Tatendrang starteten wir zum Höhepunkt im Studienjahr 2019/2020 des campusA. Die im März stattgefundene bildungsART 20, mit dem Titel „Balance – um die Mitte ringen“, war gespickt mit Kunst, Workshops, Vorträgen, Ausstellungen, Aktionen und vielem mehr. Bei unseren Studierenden und Auszubildenden fand eine Begegnung auf allen Ebenen statt. Man durfte sich ausprobieren und konnte Erfahrungen sammeln.

Unser neues Kernteam der kommenden bildungsART 21 ist bereits fleißig am Planen und Organisieren, auch werden schon die ersten Veranstaltungen ausgetüftelt und spannende Aktionen vorbereitet – natürlich alles in dem Rahmen, der die aktuellen Corona-Beschränkungen zulässt! Der aktuelle Planungsstand kann auf unserer Homepage entnommen werden: www.bildungs.ART.

Nur wenige Wochen später hätte unser zweiter campusA Infotag – Berufsfindung mal anders stattgefunden. Pandemiebedingt musste dieser leider abgesagt werden. Dennoch benötigt die Berufsfindung weiterhin gute Ideen, Vielfalt und gezielte Informationen. In der aktuellen Zeit noch mehr denn je! Voller Hoffnung möchten wir daher auf den 6. März 2021 blicken, an dem wir genau diese Möglichkeit anbieten werden. Alle aktuellen Informationen, sowie die Anmeldemöglichkeit befindet sich auf unserer Infotag-Homepage www.bildung-mit-sinn.info.

Trotz der Covid-19-Pandemie schenkte uns der Herbst einen goldenen Lichtblick. Unsere Studierenden-Initiative b-the-change plante in Zusammenarbeit mit dem campusA unsere alljährliche gemeinsame Michaelifeier. Eindrücklich konnten die Teilnehmenden nacheinander an drei intensiven Elementen des Michaelifests teilnehmen. Zwischen den Teilnehmenden fand trotz der hohen Sicherheitsmaßnahmen eine wunderbare Begegnung statt. Mit dieser Erfahrung gelang ein guter Start in das neue Ausbildungs- und Studienjahr 2020/2021.

Auch in diesem Jahr durfte die campyrus wieder drei Hefte in der Zeitschrift DieDrei veröffentlichen. Unsere großen Hauptthemen waren in diesem Jahr Balance, Motivation und Revolution. Alle bisherigen Veröffentlichungen befinden sich auf unserem campyrus-Blog unter: www.campyrus.de.

Die Digitalisierung ist Fluch und Segen zugleich. Seit dem Frühjahr mussten viele Veranstaltungen und Vorträge am campusA abgesagt werden oder durften nur noch mit einer stark begrenzten Teilnehmerzahl stattfinden. Yair Atala, unser Mitarbeiter beim campusA-Koordinationsbüro, startete im Frühjahr gemeinsam mit Michaela Glöckler zwei erfolgreiche Interview-Folgen über „Das Corona-Virus und unsere Gesundheitskräfte“. Alle Videos sind auf unserem campusA-Youtubekanal anzusehen. Außerdem werden seither zahlreiche Veranstaltungen im Rudolf Steiner Haus gefilmt.
Neben unserer campusA-Facebookseite sind wir auch endlich auf Instagram zu finden.

Wir, das campusA-Koordinationsbüro, wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Vorblick auf das neue Jahr 2021!

Herzlich grüßt das campusA-Koordinationsteam
Melina Elmali, Yair Atala, Hans-Jörg Barzen, Andreas Kehl, Sebastian Knust

Wie jedes Jahr sind wir auch für die bildungsART 21 wieder ein Kernteam unter anderem bestehend aus Studierenden vieler der campusA-Bildungspartner und stecken schon mitten im Vorbereitungsprozess für die nächste Tagung.

Aufgrund der Maßnahmen rund um die Corona-Krise wird die gesamte Veranstaltung allerdings einen internen Charakter haben. Voraussichtlich wird nur eine reduzierte Anzahl von campusA-Studierenden teilnehmen können. Doch gerade deshalb hoffen wir auch auf eine intensive und dynamische Woche!

Wir sind auf jeden Fall schon in einem sehr intensiven Prozess und versuchen, trotz der Corona-Regeln eine gute Bildungs-Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Wir sind gespannt, ob es uns gelingen wird, eine Bildungswoche auf die Beine zu stellen, die dem intensiven Charakter dieser Zeit nahekommt und wir freuen uns sehr auf die Aufgaben, in denen wir alle stecken.

Inhaltlich werden wir uns unter anderem mit Fragen rund um Krise und Kreativität beschäftigen. Wie bedingt beides einander? Wie können wir selbst unsere eigenen Kreativpotentiale entdecken? In diesem Sinne freuen wir uns im Februar auf eine Reihe von spannenden Veranstaltungen und Prozessen!

Unsere Michaeli-Feier am 29. September 2020

Mut und Entschlossenheit: Gestärkt durch die Gemeinschaft und durch unser gemeinsames Tun wollten wir in dieser fordernden Zeit ein Zeichen setzen. Auf ganz neue Weise fand letzte Woche unser campusA-Michaelifest im Rudolf Steiner Haus Stuttgart statt.

Judith Stott hat für uns einige lebendige fotografische Eindrücke festgehalten, die wir hier in der Bildergalerie zeigen …

Die Studierenden-Initiative „b-the-change“ hat in Zusammenarbeit mit dem campusA eine organisatorisch anspruchsvolle Leistung geschafft: Die Studierenden und Auszubildenden durften nacheinander an drei intensiven Elementen des Michaelifests teilnehmen, welche in fest aufgeteilten Gruppen stattfanden. In den Elementen konnte z. B. eine eindrucksvolle „Waage-Performance“ erlebt werden, in Form einer überdimensionalen Waage, in die Teilnehmende Steine legten, umrahmt von Musik, Eurythmie und Rezitationen. Ebenso setzten sie sich in „Blitzlichtern“, mit drei tiefen Fragestellungen auseinander:

„Was schmerzt mich, was begeistert mich, wohin will ich?“

Ein vielfältiges Angebot gab es an künstlerischen Kurz-Workshops, wie Eurythmie, Malen, Theater oder einem Blinden-Parcours, der sowohl Mut verlangte als auch Vertrauen in sich selbst, in andere und in die Welt.

Bei unserem gemeinsamen Michaelifest fand eine wunderbare Begegnung statt! Mit dieser Erfahrung im Gepäck wünschen wir allen einen guten Start in das neue – und zeitbedingt sicherlich nicht ganz einfache – Ausbildungs- und Studienjahr!

Ein Gedicht von Helene Wanke.

Hier stehst Du vor mir.
Mit Deinem gezeichneten Gesicht.
Alt bist Du geworden.
Zugerichtet haben wir Dich.
Wunden haben wir Dir beigefügt.
So viele. Ich kann sie sehen,
jede einzelne.
Die Schramme an Deiner Stirn,
war ich das?
Die zerklüftete Wunde an Deiner Wange,
tagtäglich fassen wir dort hinein.
Nie kann sie heilen.
Doch Du gibst keinen Ton von Dir.
Wenn wir Dich schlagen, treten,
Deine Schätze rauben,
Dich mit Plastiktüten ersticken,
Dir schwarzes Öl über die Haut gießen,
giftige Gase in Dein Gesicht blasen,
Deine grüne Lunge zerfetzen,
Deine Geschöpfe in Massen verrecken lassen,
wenn wir uns gegenseitig in vernichtenden Kriegen töten,
aus reiner Gier.
Du bleibst stumm.
Du kannst nur sprachlos zusehen.
Denn wir sind taub geworden.
Taub für Deine Warnungen.
Wir haben verlernt,
Deine Sprache zu verstehen.
Stürme schickst Du uns,
Tsunamis lässt Du auf uns niederrollen,
Mit brennenden Wäldern zerstörst Du unsere Häuser.
Aber wir hören Dich nicht.
Wir machen weiter.
Nichts kann uns stoppen
In unserer grenzenlosen Zerstörungswut.
Nicht einmal Du kannst das.
Hier kniest Du vor mir.
In all Deiner Verwundbarkeit.
In all Deiner Schönheit.
Du hast uns das Leben geschenkt,
und dafür nehmen wir das Deine.
Doch was ist der Preis?
Du versuchst es uns zu sagen,
aber unsere Scheuklappen verbieten es,
Dich anzuhören.
Wir fliegen lieber hinaus ins All.
Zum Mond,
zum Mars,
aus unserem Sonnensystem hinaus.
Auf der Suche nach Dir.
Aber dort werden wir Dich nicht finden.
Wir schauen immer nach oben,
zu den kalten Sternen.
Aber nie nach unten,
zu unseren Füßen.
Denn sonst hätten wir Dich schon längst gefunden.
Hier liegst Du vor mir.
Am Boden.
Verwundet.
Ermüdet von den Strapazen.
Was haben wir Dir nur angetan.
Ich strecke meine Hand aus
Und helfe Dir hoch.
Ich werde nicht zulassen,
dass man Dir weiter weh tut.
Zerstören wir Dich,
zerstören wir uns.
Denn ohne Dich
Können wir nicht sein.


Helene Wanke ist derzeit in Ausbildung zur Waldorferzieherin. Sie schreibt Gedichte über Gott und die Welt.

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